Die Entscheidung für einen individuell angefertigten Ring ist eine bedeutsame. Sie ist Ausdruck tiefgreifender Persönlichkeit, sei es zur Verlobung, Hochzeit, einem besonderen Jahrestag oder einfach als Ausdruck des eigenen Stils. Anders als beim Kauf eines Schmuckstücks aus der Vitrine ist die Anfertigung eines Rings ein gemeinsamer Prozess – die Verwandlung einer noch so abstrakten Vision in ein greifbares, tragbares Kunstwerk. Eine der häufigsten und wichtigsten Fragen zu Beginn dieses Prozesses lautet: „Wie lange wird es dauern?“
Im Zeitalter der sofortigen Bedürfnisbefriedigung, in dem die Lieferung innerhalb von zwei Tagen zum Standard geworden ist, kann die Dauer der Anfertigung von maßgefertigtem Schmuck rätselhaft und mitunter sogar beunruhigend wirken. Die Antwort darauf ist, genau wie der Designprozess selbst, nicht pauschal. Die Anfertigung eines individuellen Rings kann von schnellen drei Wochen bis hin zu sorgfältigen sechs Monaten oder sogar länger dauern. Um diese große Bandbreite zu verstehen, muss man den gesamten Prozess analysieren und jede Variable, jeden potenziellen Engpass und jeden Moment der kreativen Überlegung, der zum endgültigen Zeitplan beiträgt, identifizieren.
Dieser Artikel bietet Ihnen eine detaillierte, schrittweise Beschreibung des gesamten Prozesses der individuellen Ringanfertigung – von der ersten Idee bis zum Moment, in dem Sie den Ring an Ihren Finger stecken. Am Ende werden Sie über das nötige Wissen verfügen, um realistische Erwartungen zu entwickeln, effektiv zu planen und sicherzustellen, dass Ihr Ring nicht nur pünktlich, sondern absolut perfekt fertiggestellt wird.
Teil 1: Die universellen Schöpfungsphasen – Ein standardisierter Zeitrahmen
Unabhängig davon, wer Ihren Ring anfertigt oder wie komplex das Design ist, folgt der Prozess fast immer einem ähnlichen Ablauf. Jeder Schritt benötigt eine gewisse Zeit, und dieses Verständnis ist entscheidend, um den gesamten Zeitrahmen zu verstehen. Ein typisches, gut ausgeführtes Projekt für einen individuell angefertigten Ring mit einem mittelkomplexen Design dauert von der ersten Beratung bis zur endgültigen Lieferung etwa 4 bis 8 Wochen. Schauen wir uns genauer an, wofür diese Zeit benötigt wird.
Phase 1: Beratung & Designentwicklung (1-2 Wochen)
Dies ist die grundlegende Phase, in der abstrakte Ideen in einen realisierbaren Plan umgesetzt werden. Es ist der kollaborativste Teil des Prozesses.
- Erstgespräch (1–2 Stunden): Hierbei handelt es sich um ein ausführliches Gespräch. Der Juwelier möchte Ihre Vorstellungen, Inspirationen, Ihren Lebensstil und Ihr Budget verstehen. Sie können Skizzen, Fotos, Pinterest-Boards oder einfach eine Sammlung von Adjektiven mitbringen. Der Juwelier bespricht mit Ihnen die praktischen Aspekte – welche Steine und Fassungen zu Ihrem Alltag passen und was technisch möglich ist.
- Beratung und Angebotserstellung (2–3 Tage): Der Juwelier prüft anhand dieser Informationen die beste Umsetzungsmöglichkeit. Er berücksichtigt verschiedene Steinarten, Metalle und die notwendige Konstruktion, um die Haltbarkeit des Rings zu gewährleisten. Anschließend erstellt er ein formelles Angebot mit Angaben zu Design, Materialien und Preis.
- Berücksichtigung durch den Kunden (variabel): Dies ist die erste wichtige Variable. Der Kunde benötigt möglicherweise einige Tage, um das Angebot zu prüfen, es mit einem Partner zu besprechen oder Alternativen in Betracht zu ziehen.
- Designfinalisierung (3–5 Tage): Nach Angebotsannahme wird das Design finalisiert. Bei einem einfachen Ring genügt eine detaillierte Skizze. Komplexere Designs werden mithilfe von CAD (Computer-Aided Design) erstellt.
Phase 2: Der CAD/CAM-Prozess – Digitales Prototyping (1-2 Wochen)
Dies ist die Brücke zwischen einer Idee und einem physischen Objekt. Sie ermöglicht eine präzise Visualisierung, bevor auch nur ein einziges Metallteil verarbeitet wird.
- CAD-Modellierung (3–5 Tage): Ein erfahrener CAD-Designer erstellt mithilfe spezieller Software ein präzises digitales 3D-Modell Ihres Rings. Dieses Modell ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch technisch durchdacht. So wird sichergestellt, dass die Krappen den Stein sicher halten, die Ringschiene angenehm sitzt und alle Proportionen mathematisch perfekt sind.
- CAD-Prüfung durch den Kunden (2–3 Tage): Dem Kunden werden hochauflösende Bilder, 360°-Videos oder sogar eine interaktive Datei des 3D-Modells zugesendet. Dies ist ein entscheidender Kontrollpunkt, um Proportionen, Profil und Gesamterscheinung vor Produktionsbeginn freizugeben. Änderungen an einer digitalen Datei lassen sich deutlich einfacher und kostengünstiger vornehmen als an einem gegossenen Metallteil.
- Änderungen (variabel): Dies ist die zweite wichtige Variable. Die meisten Angebote beinhalten ein bis zwei kleinere Korrekturdurchgänge (z. B. die Verdickung des Rings, die Anpassung der Fassungshöhe). Wünscht der Kunde nach Sichtung der CAD-Zeichnung wesentliche strukturelle Änderungen, beginnt diese Phase von Neuem und verlängert sich um weitere 3–5 Tage.
- 3D-Druck des Wachs-/Harzmodells (1–2 Tage): Sobald die CAD-Zeichnung vollständig freigegeben ist, wird die Datei an einen hochauflösenden 3D-Drucker gesendet. Dieser druckt ein exaktes, physisches Wachs- oder Harzmodell des Rings, das in der nächsten Phase verwendet wird.
Phase 3: Guss, Steinbeschaffung und Vormontage (1-2 Wochen)
Nun beginnt die eigentliche Herstellung. Diese Prozesse laufen oft parallel ab, um Zeit zu sparen.
- Ringguss (2–3 Tage): Beim Wachsausschmelzverfahren wird zunächst ein Gipsmodell aus Wachs gefertigt. Dieses wird erhitzt, um das Wachs auszubrennen und einen perfekten Hohlraum zu schaffen. Anschließend wird flüssiges Edelmetall – Platin, Gold oder Silber – in diesen Hohlraum gegossen, um den Rohling des Rings herzustellen.
- Steinbeschaffung (3–10 Tage): Falls Ihr Ring einen Mittelstein hat, muss dieser beschafft werden. Ein Juwelier vor Ort zeigt Ihnen möglicherweise Optionen seiner regulären Lieferanten, die innerhalb weniger Tage eintreffen können. Wenn Sie einen ganz bestimmten, seltenen Stein wünschen – beispielsweise einen Montana-Saphir in einer bestimmten Farbe oder einen Diamanten mit einem präzisen, ungewöhnlichen Schliff – kann die weltweite Suche Wochen dauern. Dies ist oft der größte Zeitfaktor.
- Entformen und Reinigen (1 Tag): Der grobe Metallguss wird aus der zerbrochenen Gipsform entfernt. Anschließend wird der einzelne Ring vom Gussbaum (dem Metallgerüst, das die Form gespeist hat) abgetrennt, und der Juwelier beginnt mit der ersten Reinigung der rauen Metalloberfläche.
Phase 4: Fertigung, Montage und Endbearbeitung (1-2 Wochen)
Hier wird der Ring von einem rohen Metallguss in ein poliertes Schmuckstück verwandelt. Es ist die arbeitsintensivste und handwerklich anspruchsvollste Phase.
- Vorbearbeitung und Montage (2–3 Tage): Ein Juwelier feilt, schleift und poliert den Ring sorgfältig vor, glättet alle Oberflächen und verfeinert die Form. Besteht der Ring aus mehreren Teilen (z. B. einer Fassung, die an die Ringschiene gelötet ist), werden diese in diesem Schritt sorgfältig zusammengefügt und verlötet.
- Steinfassen (1–5 Tage): Dies ist ein hochqualifizierter und sorgfältiger Prozess, der unter Vergrößerung durchgeführt wird. Mithilfe von Spezialwerkzeugen setzt ein Fasser jeden Diamanten oder Edelstein behutsam in seine Fassung ein, indem er winzige Krappen biegt oder Metallkörner anhebt, um ihn zu fixieren. Eine einfache Vier-Krappen-Fassung für einen einzelnen Stein kann an einem Tag fertiggestellt werden. Eine komplexe Pavé-Fassung, bei der Dutzende kleiner Diamanten dicht aneinander gesetzt werden, kann mehrere Tage höchster Konzentration erfordern.
- Abschließendes Polieren und Veredeln (1 Tag): Der fertig gefasste Ring wird abschließend poliert, um seinen ultimativen Glanz zu erzielen. Dabei werden verschiedene Spezialpolituren verwendet, um eine makellose, spiegelglatte Oberfläche zu erhalten. Bei Weißgold kann der Ring nun rhodiniert werden, um die strahlend weiße Farbe zu verstärken und die Kratzfestigkeit zu erhöhen.
- Abschließende Qualitätskontrolle (1 Tag): Der Ring wird unter Vergrößerung sorgfältig auf Mängel in Fassung, Politur und Stabilität geprüft. Der Juwelier kontrolliert den festen Sitz aller Steine und die korrekte Ringgröße. Anschließend wird er ultraschallgereinigt, um Poliermittelreste und Öle zu entfernen.
Phase 5: Die finale Enthüllung (1 Tag)
Der fertige Ring wird Ihnen präsentiert. Probieren Sie ihn an, betrachten Sie ihn bei unterschiedlichem Licht und vergewissern Sie sich, dass er perfekt passt. Ein seriöser Juwelier wird sich in diesem Moment ausreichend Zeit nehmen und sicherstellen, dass Sie mit dem Ergebnis rundum zufrieden sind. Nun werden auch die abschließenden Dokumente, wie Wertgutachten und Garantieunterlagen, geprüft.
Teil 2: Die Variablen – Was kann Ihren Zeitplan beschleunigen oder verlangsamen?
Der 4- bis 8-Wochen-Rahmen ist eine verlässliche Richtlinie, aber er ist flexibel anpassbar. Das Verständnis dieser entscheidenden Faktoren hilft Ihnen, genau zu bestimmen, wo Ihr Projekt in diesem Spektrum einzuordnen ist.
1. Der Hersteller: Wer fertigt Ihren Ring an?
Die Struktur und der Umfang des Unternehmens, das Ihren Ring herstellt, haben einen erheblichen Einfluss auf den Zeitplan.
- Der Großserienhersteller (3–5 Wochen): Ein Hersteller mit hoher Produktionskapazität hat einen entscheidenden Vorteil: die vertikale Integration. Mit eigenen CAD-Designern, einem 3D-Drucklabor, Gießereien und erfahrenen Ringsetzern unter einem Dach vermeiden sie Verzögerungen durch Versand und externe Terminplanung. Ihre Effizienz und ihr engagiertes Projektmanagement optimieren den Prozess und machen sie zu einer schnellen Option für Sonderanfertigungen. Einige optimierte Studios können einen Ring sogar innerhalb von nur 6–7 Werktagen nach Designfreigabe fertigen.
- Der lokale, unabhängige Juwelier (4–8 Wochen): Dies ist die übliche Lieferzeit für einen traditionellen Juwelier in der Innenstadt. Oftmals arbeiten sie mit externen Spezialisten zusammen: Ein CAD-Designer ist möglicherweise freiberuflich tätig, und der Guss wird häufig an eine regionale Gießerei vergeben. Dadurch kommen Versandzeit und die Verfügbarkeit der externen Dienstleister hinzu, weshalb oft 6–8 Wochen angegeben werden.
- Meisterhandwerker (8 Wochen – 6+ Monate): Wenn Sie ein Schmuckstück bei einem renommierten Künstler in Auftrag geben, der alles von Hand aus Rohmetall fertigt – vom Drahtrollen über das Schmieden des Schafts bis hin zur Gravur jedes einzelnen Details –, verlängert sich die Bearbeitungszeit erheblich. Sein Arbeitsprozess ist langsam, bedächtig und akribisch. Zudem sind seine Terminkalender oft Monate oder sogar über ein Jahr im Voraus ausgebucht. Das Ergebnis ist jedoch ein wahrhaft einzigartiges Kunstwerk.
2. Designkomplexität
Dies ist einer der einfachsten Zeitvorhersagen.
- Einfacher Ring oder Solitärring (3–4 Wochen): Ein schlichter Metallring oder eine einfache Solitärfassung (ein einzelner Stein, gehalten von 4 oder 6 Krappen) mit einem leicht erhältlichen Stein ist das schnellste Projekt. Es sind weniger Arbeitsschritte und weniger Handarbeit erforderlich.
- Komplexes Design (6–10 Wochen): Ein Ring mit aufwendigen Details wie Milgrain (feine Perlen am Rand), Handgravur, Filigranarbeit, verschiedenen Steinfassungen (z. B. eine Pavé-Fassung mit einem Halo um den Mittelstein) oder ungewöhnlichen architektonischen Elementen erfordert deutlich mehr Bearbeitungszeit. Jeder einzelne Diamant in einer Pavé-Fassung muss von Hand platziert und befestigt werden – ein Prozess, der Tage dauern kann. Ein Ring mit 103 Diamanten, wie er in der Arbeit eines Meisters detailliert beschrieben wird, repräsentiert Dutzende Stunden präziser Handarbeit.
3. Steinbeschaffung und Verfügbarkeit
Der Mittelstein ist der Star der Show, und die Suche nach dem richtigen Stein kann schon eine Reise für sich sein.
- Lagerstein (0 Tage): Wenn Sie sich in einen Stein verlieben, den der Juwelier bereits auf Lager hat, kann der Prozess sofort beginnen.
- Standardbestellung (3-7 Tage): Die Beschaffung eines gängigen runden Brillanten oder eines Standard-blauen Saphirs von einem regulären Lieferanten ist in der Regel ein schneller Vorgang.
- Sonderschliff oder seltener Edelstein (2–8 Wochen): Hier verlängern sich die Bearbeitungszeiten. Die Anfertigung eines speziellen Edelsteins (z. B. ein individueller portugiesischer Schliff) oder die Suche nach einem seltenen Edelstein wie einem Padparadscha-Saphir oder einem Paraiba-Turmalin auf dem Weltmarkt kann das gesamte Projekt unterbrechen. Die Suche ist zeitaufwendig, und der individuelle Schliff des Steins kann selbst mehrere Wochen dauern.
4. Der menschliche Faktor: Das Tempo von Überarbeitung und Genehmigung
Dies ist die am besten beeinflussbare Variable. Die Geschwindigkeit des gesamten Projekts hängt oft von der Reaktionsfähigkeit des Kunden ab. Schnelles Feedback und eine klare Freigabe in jeder Phase – Angebot, CAD-Planung, Steinauswahl – beschleunigen den Prozess am stärksten. Umgekehrt können Unentschlossenheit, eine Woche Funkstille, die Forderung nach wesentlichen Änderungen nach der CAD-Freigabe oder das Ändern grundlegender Details nach Beginn des Gusses zu wochenlangen Verzögerungen führen.
5. Jahreszeit: Saisonale Nachfrage
Die Schmuckindustrie hat, ähnlich wie die Modebranche, Hochsaisonen.
- Hochsaison (Längere Wartezeiten): Die Zeit von November bis Valentinstag ist für Juweliere die geschäftigste Zeit, bedingt durch die vielen Heiratsanträge rund um die Feiertage und den Valentinstag. Die Produktionszeiten verlängern sich, da die Werkstätten mit Aufträgen überlastet sind. Lieferzeiten von 2–4 Wochen sind in diesem Zeitraum keine Seltenheit.
- Nebensaison (Schnellere Bearbeitungszeit): Die Beauftragung eines Rings im späten Frühling, Sommer oder frühen Herbst führt oft zu einem schnelleren und entspannteren Ablauf, da Juweliere dann mehr Kapazitäten haben.
Teil 3: Zeitliche Abläufe aus der Praxis – Drei Fallstudien
Um zu sehen, wie diese Variablen interagieren, betrachten wir drei verschiedene hypothetische Szenarien.
Fallstudie 1: Das einfache Solitärspiel (Gesamtzeit: ca. 3,5 Wochen)
Der Kunde: Wünscht sich einen klassischen Solitär-Verlobungsring mit sechs Krappen in Platin. Er besitzt bereits einen Erbstück-Diamanten, den er verwenden möchte.
- Woche 1: Das Erstgespräch ist kurz und zielgerichtet. Es handelt sich um ein klassisches Solitär-Design, daher wird eine einfache Skizze angefertigt und freigegeben. Da es sich um ein Standarddesign handelt, ist keine CAD-Zeichnung erforderlich.
- Woche 2: Der Juwelier fertigt die Platinfassung an. Der geerbte Diamant des Kunden wird zur professionellen Reinigung und Überprüfung auf Beschädigungen in die Werkstatt geschickt.
- Woche 3: Die Fassung ist vorpoliert. Der Diamant wird fachmännisch in die Krappen eingesetzt. Der Ring wird abschließend poliert und einer strengen Qualitätskontrolle unterzogen.
- Woche 4: Der Ring kann Anfang der Woche abgeholt werden.
Fallstudie 2: Der moderne, halbindividuelle Ring (Gesamtzeit: ca. 6 Wochen)
Der Kunde: Wünscht sich eine bestimmte Designerfassung (z. B. von Tacori oder Verragio), jedoch mit einem individuell angepassten Mittelstein, der ganz bestimmte Schliff- und Reinheitsgrade aufweist.
- Woche 1: Beratung bei einem autorisierten Händler. Die Designerfassung wird aus einem Katalog ausgewählt. Der Kunde gibt die gewünschten Diamanteigenschaften genau an.
- Woche 2-3: Der Einzelhändler beschafft den perfekten Diamanten aus seinem Lieferantennetzwerk; dieser Prozess dauert etwa eine Woche. Die Designerfassung wird beim Hersteller bestellt, der eine übliche Produktionszeit von 3-4 Wochen hat.
- Woche 4-5: Die Fassung trifft beim Einzelhändler ein. Sie wird an den hauseigenen oder angeschlossenen Juwelier weitergeleitet.
- Woche 6: Der Juwelier setzt den speziell angefertigten Diamanten in die Fassung ein. Der Ring wird abschließend poliert, geprüft und begutachtet. Der Kunde wird zur Abholung benachrichtigt.
Fallstudie 3: Die komplexe Neugestaltung eines Erbstücks (Gesamtzeitraum: ca. 10 Wochen)
Der Kunde: Möchte zwei alte Goldringe eines Elternteils einschmelzen lassen und aus dem Material sowie einigen kleinen Diamanten aus einem dritten Stück einen neuen Ring im Art-Deco-Stil mit einem individuell geschliffenen Saphir in der Mitte anfertigen lassen.
- Woche 1–2: Umfassende Beratung zur Entwicklung des komplexen Art-déco-Designs. Das Altmetall wird zur Analyse und Weiterverarbeitung zu einer neuen, verwendbaren 18-karätigen Goldlegierung an eine Raffinerie geschickt. Der Kunde sichtet Bilder von Rohsaphiren und wählt einen für den individuellen Schliff aus.
- Woche 3–4: Ein maßgefertigter ovaler Saphir wird bei einem Schleifer bestellt. Das detaillierte CAD-Modell mit aufwendigen Milgrain-Verzierungen und geometrischen Details wird erstellt. Es durchläuft zwei Korrekturdurchgänge mit dem Kunden.
- Woche 5–6: Die CAD-Zeichnung wird freigegeben. Das Wachsmodell wird gedruckt. Der Ring wird aus dem vom Kunden selbst veredelten Gold gegossen. Der individuell geschliffene Saphir trifft ein und wird zur Freigabe geprüft.
- Woche 7-8: Der Guss wird nachbearbeitet. Die aufwendigen Milgrain-Verzierungen werden sorgfältig von Hand auf den Ring aufgebracht.
- Woche 9–10: Die zahlreichen kleinen Diamanten aus den Erbstücken werden sorgfältig in die Ringschiene und den Halo eingefasst. Der zentrale Saphir wird gefasst. Der Ring erhält seinen letzten Schliff und wird einer abschließenden Qualitätskontrolle unterzogen. Er ist nun ein einzigartiges Erbstück, wiedergeboren.
Teil 4: Planung Ihres Angebots und Management der Erwartungen
Das Verständnis des Zeitablaufs ist nur die halbe Miete; die andere Hälfte besteht darin, die Planung darum herum zu gestalten.
Wann bestellen: Der empfohlene Puffer
Für ein stressfreies Erlebnis, insbesondere wenn Sie einen festen Termin für den Heiratsantrag im Sinn haben, ist eine frühzeitige Planung unerlässlich.
- Optimale Planung: Für einen komplett individuell gestalteten Ring empfiehlt es sich, den Prozess etwa sechs Monate vor dem geplanten Heiratsantrag zu beginnen. So bleibt genügend Zeit, verschiedene Stile in Ruhe zu erkunden, mehrere Beratungsgespräche zu führen und in aller Ruhe und ohne Druck eine Entscheidung zu treffen.
- Auftragserteilung: Grundsätzlich sollten Sie Ihre Bestellung mindestens drei Monate im Voraus aufgeben und Ihr Design finalisieren. Dieser 12-wöchige Puffer deckt die übliche Produktionszeit von 4–8 Wochen problemlos ab und lässt Raum für unvorhergesehene Verzögerungen, Größenänderungen oder Zusatzleistungen wie Gravuren.
Last-Minute-Lösungen
Auch wenn Sie unter Zeitdruck stehen, ist noch nicht alles verloren. Es gibt Wege, schnell an einen wunderschönen Ring zu kommen.
- Sofort lieferbar und auf Lager: Viele Juweliere haben fertige Ringe vorrätig. Wenn Sie eine Fassung finden, die Ihnen gefällt und diese in Ihrer Größe verfügbar ist oder mit einem vorrätigen Diamanten kombiniert werden kann, können Sie den Ring innerhalb weniger Tage in Händen halten.
- Halbindividuelle Optionen: Bei der Wahl eines Designer- oder halbindividuellen Designs einer bekannten Marke entfällt die gesamte Designphase. Diese Designs werden auf Basis einer bestehenden Vorlage auftragsbezogen gefertigt und sind in der Regel innerhalb von 3 bis 5 Wochen lieferbar.
- Die Platzhalterlösung: Ein wachsender Trend ist es, mit einem einfachen Platzhalter – vielleicht einem schlichten Ring oder sogar nur einem Ersatzstein – einen Heiratsantrag zu machen und anschließend den endgültigen, individuell angefertigten Ring zu entwerfen.zusammenals Paar nach dem Heiratsantrag. Dadurch entfällt der Druck der Geheimhaltung und es wird sichergestellt, dass der endgültige Ring genau den Wünschen der Trägerin entspricht.
Fazit: Die Kunst der Patientenzusammenarbeit
Die Anfertigung eines individuellen Rings ist ein Zusammenspiel von Vision und Handwerkskunst, Wunsch und Geduld. Die Frage „Wie lange dauert es eigentlich?“ wird zwar üblicherweise mit 4–8 Wochen beantwortet, doch die tatsächliche Antwort ist weitaus differenzierter. Es braucht so viel Zeit, wie nötig ist, um zuzuhören, zu entwerfen, die Materialien zu beschaffen, anzufertigen und zu perfektionieren.
Wenn man diesen Prozess überstürzt, riskiert man, genau die Eigenschaften zu beeinträchtigen, die einen individuell gefertigten Ring so besonders machen: die Präzision der Fassung, die Langlebigkeit der Verarbeitung und die Verwirklichung Ihrer einzigartigen Vision. Der Zeitplan ist nicht nur ein Countdown bis zur Lieferung; er ist die Entstehungsphase eines Erbstücks. Indem Sie den Weg – von der ersten Skizze bis zum letzten Schliff – verstehen, werden Sie zu einem informierten und wertschätzenden Teilnehmer an der Kunst der Schmuckherstellung. Sie werden vom bloßen Kunden zum Mitgestalter, und der Ring, den Sie erhalten, ist nicht nur ein Schmuckstück, sondern eine Geschichte, die in Metall und Stein perfekt erzählt wird.
JINGYING ist ein Hersteller, der hochwertigen, langlebigen Schmuck sowie Private-Label-/OEM-Dienstleistungen anbietet.
JINGYING produziert Schmuckstücke aus vergoldetem Kupfer, vergoldetem Sterlingsilber (925) und gegebenenfalls auch aus massivem Gold, wobei besonderer Wert auf Qualität, Langlebigkeit und eine dauerhafte Beschichtung gelegt wird.
Seit 23 Jahren bietet JINGYING Jewelry Markenschmuckherstellern Komplettlösungen im Bereich OEM/ODM und individueller Anfertigungen. Wir kreieren exklusive Schmuckkollektionen nach Ihren Vorstellungen, Fotos oder CAD-Zeichnungen.
